Als erstes wollen wir die elterlichen Erwartungen und Disziplinierungen nennen und beschreiben.
Die Pflege und Erziehung eines Kindes sind in den genannten Schichten sehr unterschiedlich. Z.B. reagieren die Mütter aus der Mittelschicht oft nachgiebiger gegenüber spontanen Bedürfnisäußerungen und Wünschen ihrer Kinder, als Mütter der Unterschicht. Wir möchten hier das Sprachverhalten, Reinlichkeit, Sexualität und Aggression nennen.
Demgegenüber steht aber eine höhere Erwartungshaltung der Eltern aus der Mittelschicht, z.B. verlangen sie sehr viel früher, das die Kinder auf sich selber achten, Verantwortung übernehmen und vor allem gute Schulleistungen erbringen.
Wenn die Kinder den Erwartungen der Eltern nicht entsprechen, so versuchen die Eltern in der Mittelschicht eine Veränderung durch Argumentation herbei zu führen, wodurch die Eltern der Unterschicht dies oft mit körperlichen Züchtigung reparieren wollen.
Die Eltern der Mittelschicht bemerken oft auch die Methoden des „Liebesentzugs“. Hiermit soll erreicht werden, das ihr Kind die Norm der elterlichen Kontrolle verinnerlicht. Hier wird also die Absicht oft härter bestraft, als die Tat selber, der Verlust der Selbstkontrolle schärfer als die bloße Handlung.
Die Eltern der Unterschicht berücksichtigen den Gesichtspunkt gar nicht, sonder bestrafen die Tat.
Die Kinder der Mittelschicht werden an die Verinnerlichung von Normen gewöhnt, während die Kinder der Unterschicht extreme Kontrolle lernen.
Beispiel zur Verdeutlichung:
Ein älteres und ein jüngeres Kind spielen mit dem Ball. Das Ältere nimmt ohne Grund dem Jüngeren den Ball weg, obwohl er ihm gehört. Das Jüngere beginnt zu weinen und tobt. In der Unterschicht würde das Ältere bestraft werden. Während in der Mittelschicht auch das Jüngere bestraft würde, da es wegen so einer Kleinigkeit die Selbstbeherrschung verloren hat.