„Schichtprägung“ am Beispiel einer Familie: Die Erziehung zum Leistungsstreben

Das Leistungsstreben ist auch von der Erziehung der Eltern abhängig.
Man unterscheidet hier Kinder mit einem hohen Leistungsstreben (hochmotivierte) und Kinder mit niedrigen Leistungsstreben (niedrigmotivierte). Auch hier wird die Entwicklung von den Eltern beeinflusst.

Bei Kindern mit einem hohen Leistungsstreben wurde schon sehr früh Selbstständigkeit verlangt während dies bei niedrigmotivierten kaum stattfindet. Doch viel stärker auf die Motivation wirkt die Entwicklung von Selbstvertrauen.
Bei den hochmotivierten wirken auch erbrachte Leistungen viel öfters durch emotionale Belohnungen hervorgehoben, als dies bei den niedrigmotivierten stattfindet.

Optimale Voraussetzungen für die Entwicklung von Leistungsstreben sind Vertrauen, Vermittlung von Selbstvertrauen und vor allem Liebe gegenüber dem Kind.
Eine grundsätzliche Voraussetzung ist jedoch auch eine hohe Erwartung von Seitens der Eltern gegenüber den Leistungen des Kindes. Ein autoritäres Erziehungsverhalten blockiert die Entwicklung von Leistungsmotivation. Daher zeigen die Kinder aus der Mittelschicht oft ein höheres Leistunsniveau, als die Kinder aus der Unterschicht, da die wie schon genannten Erziehungsmethoden schichtgebunden sind.

Das Sprachverhalten muss in Zusammenhang der Sozialisierung, bzw. Schichtprägung auch genannt werden.
Basil Bernstein ist in Zusammenhang der Fassung des schichtspezifischen Sprachverhaltens zu nennen.
Die Forschungen Bernsteins beweisen, dass in der Mittel- und Unterschicht spezifische Sprachformen benutzt werden.

In der Mittelschicht wird das Kind, schon bevor es selbst sprechen kann, durch die Äußerungen der Mutter dazu hingeführt, das allen durch den bloßen Wechsel von Wertstellungen, eine Veränderung des Gefühlszustandes erkennbar werden kann. Es lernt also nicht nur auf Gefühlsregungen (wie umarmen) zu reagieren, sondern auch auf sprachliche, z.B. wird es durch sprachliche Äußerungen belohnt oder bestraft.

Eltern aus der Mittelschicht erklären auch frühzeitig Sachzusammenhänge, z.B. wenn ein Kind eine scharfe Schere in die Hand nimmt, bekommt es diese nicht einfach weg genommen, sondern es bekommt eventuelle Folgen erklärt (Verletzung, eigentlicher Anwendungszweck).
Das Kind lernt Objektbegriffe zu verarbeiten und einen differenzierten Gebrauch der Wörter.
Eltern der Unterschicht verändern häufig nur das Stimmvolumen oder die Betonung. Das Kind lernt also auf ganz andere sprachliche Signale zu reagieren, dies macht es ihm schwer die Bedeutung von Sachzusammenhängen zu lernen. Dies wird auch dadurch erschwert, das ein Kind in der Unterschicht Konsequenzen, die auf ein Verhalten folgen nicht erklärt bekommt.

Nach Ansicht Bernsteins ist die Herausbildung der Schichtgebundenen Form des Sprachverhaltens unabhängig von der Intelligenz, sondern wird ausschließlich durch das soziokulturelle Milieu, also durch die soziale Schicht determiniert.

Bedeutungsvoll ist hier, dass nur die Kinder der Unterschicht auf diese Form des Sprachverhaltens eingeschränkt sind und später ein niedriges Niveau der Begriffsbildung haben, als Kind der Mittelschicht.
Die Kinder der Mittelschicht dagegen beherrschen die schichtspezifische Sprache und können aber auch ohne Schwierigkeiten die Sprache der Unterschicht erlernen.